ZWERGREX
dalmatiner dreifarbig
 

Weißohren


Durch Zufall bin ich auf Schlachtkaninchen gestoßen, die mir durch ihre sonderbare Zeichnung ins Auge fielen. Diese Zeichnungsform war mir unbekannt. Auch die ausgiebige Recherche in der Fachliteratur brachte keinen Aufschluß, da diese Zeichnungsform nirgends beschrieben war. Es scheint so, als handelt es sich hierbei um ein Scheckungsgen, welches zufällig aufgrund einer Spontanmutation bei einem Tier aufgetreten ist und sich daraus ein Lokalschlag entwickelt hat.

Da mich der Erbgang interessierte, wollte ich genaueres herausfinden und erwarb mehrere Weißohren zur Zucht. Da nun bereits einige Würfe gefallen sind (F2), kann man bereits Schlußfolgerungen über dieses Scheckungsgen und seinen Erbgang ziehen.

Es handelt sich um einen dominanten Erbgang, der das typische Scheckungsbild bei heterozygotem Vorhandensein des Gens ausbildet.
Treffen WO-Gen und ein anderes Ounktscheckungsgen in einem Tier zusammen, sind die Tiere phänotypische einem Hotot ähnlich, da sie komplett weiß mit Farbresten um die Augen, an der Ohrwurzel und auf dem Rücken sind. Diese "Weißen WO" stellen eine Kombination von Punktscheckung und WO-Scheckung dar und vererben dies bei einer Anpaarung an einfarbige Partner auch wieder getrennt. Bisher sind noch keine ungescheckten Tiere aus solchen Anpaarungen gefallen.

Für mich ist die logische Konsequenz daraus, die zur Zeit als gültig angesehenen Therorien zu überdenken und zu ergänzen.

Die einzige für mich momentan schlüssige Theorie wäre der gemeinsame Genort von WO-Scheckung und K-Faktor. Es müßten Allele sein.

Der K-Faktor liegt in drei verschiedenen Formen vor:

k: ungescheckt
K: allgemein punktgescheckt
KWO: Weißohrgescheckt

 
Parallel dazu fallen in meiner Dalmatinerzucht aus Verpaarung von ungescheckten Tiere mit Dalmatinern erstmal erstaunlicherweise auch Mantelschecken. Die Verpaarung zweier solcher Mantelschecken mit wiederum ungescheckten Tieren bringt drei Phänotypen (ungescheckt, Mantelschecken, Dalmatiner).

Es muß zwei Gene geben, die die Punktscheckung regulieren und eins davon regelt ebenfalls die neue Weißohrscheckung.

Einmal der K-Faktor, der nur bestimmt ob das Tier gescheckt ist oder nicht und zum anderen ein Gen, welches noch nicht beschrieben wurde (und somit auch noch keine Indizierung erfahren hat) und die Art der Scheckung regelt. Dieses Gen bildet eine Reihe mit den verschiedenen Punktscheckungsarten (Riesen-, Englische-, Mantel-, Dalmatiner und Hotot-Scheckung) und wird auch von Nichtschecken vererbt. Wohlbemerkt sind dies keine Modifikatoren, denn da sammelt sich nix zusammen, sondern die Scheckungsarten werden recht exakt getrennt und konstant vererbt. Vergleichbar mit der bereits gut beschriebenen A-Reihe, um sich das mal besser vor Augen zu führen.

Wenn man jetzt mal weiterphilosophiert...... führt man ein zweites Gen ein und bezeichnet es mit einem noch unbesetzen Buchstaben zur Indizierung, in der deutschen Symbolik zB das “L” oder für die internationale Symbolik das “Pa” (”Pattern”(engl.)=Muster)

LR: Riesenscheckung

LE: Englische Scheckung

LM: Mantelscheckung

LD: Dalmatinerscheckung

LH: Hototscheckung

(als Reihe da in Bezug zur Dominanz eine absteigende Rezessivität angenommen werden kann)



Ob diese Thesen sich zukünftig verifizieren lassen oder modifiziert werden müssen oder auch widerlegt werden, wird die Zeit zeigen. In jedem Fall erhoffe ich mir einen sachlichen Austausch über das Thema und erbitte gerne Zuschriften von anderen Züchter, in denen sie mir ihre Erfahrungen mitteilen.

 

Anja Rose
info@zwergrex.de
0172-6688200